Aktuelle Situation
Maisproduktion, Herstellung und Vertrieb der farina bóna unter aktuellen Bedingungen
Zur Zeit wird für die Herstellung der farina bóna Ticino-Mais verwendet, gezüchtet von Ing. Paolo Bassetti und in der Magadinoebene angepflanzt. Im Juni 2009 erfolgt im Rahmen einer gesamtschweizerischen Kampagne die Markteinführung einer “farina bóna“, die mit „Mergoscia“-Mais, einem traditionellen, nicht hybriden Mais, hergestellt wird. Diese Maissorte konnte erhalten und neu lanciert werden dank dem Engagement und der Arbeit der „Pro Specie Rara“. Ihr Logo erscheint auf der Etikette der neuen Produktvariante. Ziel ist es, zukünftig die “farina bóna“ vermehrt aus dieser oder aus anderen traditionellen Maissorten herzustellen. Gegenwärtig wird die farina bóna einzig von Ilario Garbani Marcantini (ca. 2'000 kg. pro Jahr) und dem Museo Onsernonese (Mulino di Loco, ca. 200 kg. pro Jahr) produziert. Zurzeit sind beide gezwungen, unter betriebswirtschaftlich nicht effizienten und den traditionellen Produktionsweisen nur mangelhaft entsprechenden Bedingun¬gen zu produzieren: Ilario Garbani Marcantini röstet den Mais „Ticino“ in Vergeletto mit einer modernen Röstanlage und lässt ihn ausserhalb des Tales industriell vermahlen. Der Müller des Museo Onsernonese in Loco (Marco Morgantini) röstet die Körner in einem modernen Warmluftofen und vermahlt ihn mit einer kleinen elektrischen Steinmühle.
Die Verbesserung der Produktionsbedingungen und deren Abstimmung auf die traditionellen Produktionsweisen ist eines der Hauptziele des Projektes. Im Vordergrund steht, dass zukünftig die Vermahlung mit den traditionellen mit Wasserrädern angetriebenen Kornmühlen in Loco und Vergeletto erfolgen soll. Geröstet wird der Mais auch weiterhin in Vergeletto, die dortige Einrichtung entspricht weitgehend den Anforderungen an die traditionelle Produktionsweise, muss aber verbessert werden. Zudem sind die gesamten Produktions- und Vertriebsprozesse zu definieren und effizient auszugestalten. Der Vertrieb der “farina bóna” erfolgt heute durch verschiedene Kanäle. Das Mueso Onsernonese verkauft seine Produktion in der Mühle von Loco (offen drei Tage pro Woche, besucht von ca. 500 Personen pro Jahr) sowie am Sitz des Museums in Loco. Ilario Garbani Marcantini liefert an Private, Restaurateure, Bäckereien, Konditoreien, Speiseeishersteller und –verkäufer sowie an verschiedene Länden in der ganzen Schweiz. Für das Sottoceneri arbeitet er mit einem Händler zusammen. Der Müller von Loco und Ilario Garbani Marcantini nehmen zudem regelmässig an Märkten, Messen, Ausstellungen teil, die es ermöglichen, die „farina bóna“ weit über das Valle Onsernone und den Kanton Tessin hinaus bekannt zu machen. In jüngster Zeit haben sich dank dem Engagement und der Unterstützung von Slow Food und Coop Schweiz interessante neue Möglichkeiten eröffnet. Weitere Vertriebskanäle könnten in nächster Zeit in anderen europäischen Ländern erschlossen werden.
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